Rasterfahndung nach dem Authentischen

Rasterfahndung nach dem Authentischen
Wir leben in einer Zeit, in der Jede und Jeder mit geringem Aufwand und in kürzester Zeit ein Publikum von mehreren Tausend Personen erreichen kann. Die Verbindung von einzelnen Individuen ist der Grundstein für den seit der Jahrtausendwende unablässig wachsenden Erfolg der sozialen Medien. Keine Interessengruppe ist heute zu klein für einen Gruppenchat, einen Circle oder einen Kanal. Die direkten Kosten, die dabei anfallen, sind vorerst verschwindend gering. Dass dies nicht immer so war, zeigt die nachträglich zur Ausstellung «Unter dem Radar. Underground- und Selbstpublikationen 1965–1975» erschienene Publikation auf eindrückliche Weise. 

Knüppel aus dem Sack

Warum wir gerne Zeitschriften herausgeben

Knüppel aus dem Sack
In einem 1999 verfassten Rückblick auf die 1990er-Jahre verbindet Marion von Osten die Figur der verschiedene Felder durchquerenden Kulturproduzent_in mit der gleichzeitigen Hinwendung zu kollektiven und kollaborativen Arbeitsweisen. Entstanden ist dabei ein neues Praxisfeld zwischen Kunst, Theorie und Design, das von Osten hier skizziert. Der Text erschien 1999 in k-Bulletin, Nr. 1.

Das unvollendete Projekt der Umverteilung von Wissen

Eine Antwort auf Marion von Ostens «Knüppel aus dem Sack»

«Warum wir gerne Zeitschriften herausgeben» – der Untertitel von Marion von Ostens Text verspricht eine lustvoll-affirmative Praxis des oppositionellen Publizierens. Ich nehme ihre offensive Ansage zum Anlass, die performativ-soziale Dimension von kritischen Schreibpraxen zu prüfen. Welche Denkmöglichkeiten eröffnen die in den 1990er Jahren entwickelten avantgardistischen Interventionen in die Wissenshierarchien heute noch?

Those ornamentals and these accidentals never they will meet

Let's say you are in New York for the first time and you want to get a cab. Obviously what you are doing is somehow trying to use your own experience of getting a cab, and combining it with seeing other people getting a cab (more determined perhaps than you are, but alas depends on from where you started), and you will notice after some tries, that it is useless to flag down cabs with no lights on, and you realize, that as long as you don't step down from the pavement, they will make no move towards you, and so on, and so on, and so by failing several times, and employing other strategies, and by observation and reflection in the end you will get a cab in New York.

Gemeinsam THE 8 AND THE FIST lesen

Gemeinsam THE 8 AND THE FIST lesen
Ein Gespräch zwischen Barbara Kapusta und Cathrin Mayer über gemeinsames Lesen, Arbeiten, Companionship und Science Fiction. Die Publikation THE 8 AND THE FIST vereint die wichtigsten Texte und Gedichte Barbara Kapustas künstlerischer Arbeit. Das darin enthaltene Poem THE 8 AND THE FIST steht in Zusammenhang mit der gleichnamigen installativen Arbeit, die 2017 bei Gianni Manhattan in Wien zu sehen war.  

Michel Majerus revisited

Michel Majerus revisited

Michel Majerus ist in den Kanon der 1990er Jahre als ‹visueller DJ› eingegangen. Aber das Werk des all zu früh gestorbenen Künstlers bietet viel mehr als nur einen post-postmodernen Stilmix im Spannungsfeld von High and Low – wenn man es sich nur neu entfalten lassen würde.

Eine andere archivische Praxis

Eine andere archivische Praxis
Eine Vielzahl künstlerischer Forschungsprojekte beschäftigt sich mit «archivischen Praxen». Der entsprechende Diskurs orientiert sich aber eher an akademischen Trends als an einer Beschäftigung mit der konkreten Arbeit von Archivar/innen oder den Funktionsweisen des Archivs als Institution. Im Interesse einer demokratischen Kultur wäre hier ein vertiefter Austausch gefragt.

Portentous Chainsaw Massacre

Claudia Comte at Kunstmuseum Lucerne

Portentous Chainsaw Massacre

In her first major institutional show in Switzerland Claudia Comte delivers all the dull mid-range design we’ve come to expect, but here there’s a lot more and, now, with the incredulous air of credibility. Titled 10 Rooms, 40 Walls, 1059 m2, and featuring over 60 paintings, 40 sculptures, 40 wall paintings and some prints, it’s an epic ode to the big, dumb and aggressively anti-intellectual. 

Yes, I believe every word you say?

Glaube, Macht, Arbeit in Andrea Büttners «Gesamtzusammenhang», Kunst Halle Sankt Gallen, 04.03.–07.05.2017

Yes, I believe every word you say?
Politischen Aktivismus religiöser Gemeinschaften, Schlagworte wie Humanität oder Ethik auszuloten, um dabei Idealismus gegen Materialismus zu halten – nichts weniger hat sich Gesamtzusammenhang vorgenommen. Dass Andrea Büttner sich politischem Widerstand durch Glaube nähert, provoziert die säkularisierte Kunstwelt des 21. Jahrhunderts. Ihr Schaffen entfaltet dabei eine ambivalente Faszination für verdrängte Erzählungen.

Myths of the Marble

A group exhibition at the Henie Onstad Kunstsenter in Oslo and the Institute of Contemporary Art Philadelphia

Myths of the Marble

Conceiving a thematic exhibition around a pioneering — or disastrous — moment in history has long become an accepted staple for exhibition makers seeking a reliable conceptual framework to lean on. Reconsidering this approach, the multi-faceted group show Myths of the Marble instead looks mostly to present fact and fiction.

Strickmuster für den Wohlfühl-Feminismus

Strickmuster für den Wohlfühl-Feminismus
Schon lange nicht mehr haben sich im Namen des Feminismus so viele Menschen auf die Strasse begeben wie am Women’s March on Washington. Die Demonstrierenden trugen die selbstgestrickten Pussyhats so zahlreich, dass sie die Menschenmassen pink einfärbten. Die Mützen wurden zu einem markanten visuellen Identifikationsmerkmal des Protests gegen die Trump-Administration. Sie stehen für einen mehrheitsfähigen Feminismus, allerdings mit fragwürdigen Referenzen.

Index und Macht

Künstler/innen, Sammler/innen, Kurator/innen und die schöne neue Welt der zeitgenössischen Künste

Index und Macht
Der Begriff des Index erfasst Phänomene, die als Spuren eines irgend gearteten Handelns oder Agierens entstehen. Heiko Schmid diskutiert in seinem Beitrag die «Spuren» politischer und ökonomischer Eingriffe in den Kunstbetrieb sowie die Auswirkungen reaktionärer künstlerischer Positionierungen auf die Kunst- und Ausstellungsproduktion. 

Glück, gegen den Strich gebürstet

Zum Release der Edition An Unhappy Archive

Glück, gegen den Strich gebürstet
‹Schlechte› Gefühle müssen wir bewusst gemeinsam erfahrbar machen, um sie zu politisieren. Dieses Anliegen verbindet die Kollaborateur_innen[1] der Edition An Unhappy Archive und der performativen Konzertsession An Unhappy Evening. Sie stellen die normativen Vorstellungen von Glück in einen Zusammenhang mit Macht und Herrschaft, geben sie als Ausdruck etwa von Rassismus, neoliberalen Arbeitsverhältnissen oder Trans*phobie zu verstehen und laden dazu ein, das Unglücklichsein zusammen zu feiern.

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